Donnerstag, 18. August 2011

Hiva Oa / Marquesas - Raroia / Tuamotus

Erfrischung vorm anstregenden Blogschreiben


Vielen vielen Dank für die zahlreichen lieben Geburtstags - Emails, wir haben uns riesig über jede einzelne gefreut. Danke auch für die dezenten Hinweise, wieder einmal etwas für den Blog zu schreiben, uns plagt auch schon das schlechte Gewissen.

Passeinfahrt, schmal und stake Strömungen
Wir sind Anfang August von der Marquesas Gruppe in den Tuamotus Archipelago gesegelt. Bei guten Wetterverhältnissen haben wir für die ca. 420sm genau 3 Tage gebraucht, bis wir perfekt getimed durch den Pass vom Atoll Raroia geschlüpft sind . Die Tuamotus sind eine große Anzahl von Ringatollen die sich zwischen den Gesellschaftsinseln und den Marquesas über mehrere hunderte Seemeilen erstrecken. Diese Ringatolle wachsen aus tausenden Metern Tiefe bis an die Wasseroberfläche empor (als Vulkan) und bilden später mit ihrem Korallenring eine Barriere für die Wellen und auch für die Schiffe. Am Ring entstehen dann die sandigen Kokospalminseln, die wir aus der Bacardi Werbung kennen. In früheren Zeiten, vor GPS unterstützter Navigation, galt der Bereich der Tuamotus als besonders gefährlich, da man die Atolle vom Wasser aus erst sehr spät und schlecht erkennen kann.
Um in die geschützte Lagune hinein zu kommen gibt es meistens einen , manchmal auch mehrere, für Yachten befahrbare Pässe. Die Strömung in den Pässen hängt wiederum stark von den Gezeiten und den Wind- Wellenverhältnissen ab. Die Flut spült über den Korallenring und füllt das Atoll mit Wasser, bei Ebbe fließt das Wasser mit starker Strömung aus dem Pass ab. Der Pass ist dann, bei z.B. 4kn Gegenstrom für uns unpassierbar. Das bedeutet bis zu 6 Stunden auf die Stromumkehr warten. Soviel Zeit haben wir gestressten und ungeduldigen Segler natürlich nicht und daher ist es am Besten, die Ankunft am Pass perfekt zu timen.

Kon Tiki Gedenktafel, a bisserl zugesch..
Raroia ist eines der östlichsten "erlaubten" Atolle(die anderen sind in der wegen Atomwaffentests und seismischen Messungen gesperrten Zone) und ist insofern berühmt, weil der norwegische Forscher Thor Heyertal mit seiner Kon-Tiki nach abenteuerlicher 101 tägiger Fahrt von Peru aus, am 07. August 1947 hier gestrandet ist. Auf der fussballfeldgroßen Insel hat man zum 60 jährigen "Jubileum" (sofern eine lebensgefährliche Strandung zum jubeln erlaubt) eine Gedenktafel errichtet.




"einkaufen" Fisch und Octopus
Einen, bzw. 2 Tage nach unserer Ankunft haben es auch unsere österreichischen Freunde Chico (SY Chi) und Andrea und Heinz (SY Yab Yum) bis zum Ankerplatz geschafft. Die beiden waren schon einige Wochen vor uns über den Pazifik gesegelt. Mit dem lange ersehnten Wiedersehen hat unsere Robinsonade begonnen. Es wurde eine Langusten Reuse gebaut, ein Kraken - Stangerl mit Widerhaken entwickelt, die Harpunenspitzen, das Tauchequipment serviciert und die Tauchflaschen gefüllt. Somit war unser Alltagsstress perfekt. Tauchen, Schnorcheln, Jagen, Fallenstellen, Lagerfeuer aufrichten, Kokosnüsse aufschlagen, dies und das reparieren und verbessern, grössere Näharbeiten in Angriff nehmen und am Abend auf unserem einsamen Inselchen unter Sternenhimmel unsere Tagesausbeute am Feuer grillen. Da bleibt eben keine Zeit zum Blog schreiben. Einsam war unsere Lokation wirklich, weil in 12 Tagen kamen weder eine andere Segelyacht noch Einheimische bei uns vorbei.
Wahrscheinlich gerade deshalb, weil hier so selten Menschen sind, haben sich die Meeresbewohner rund um unseren Ankerplatz nicht scheu verhalten. Beim Schnorcheln und Tauchen waren immer einige Schwarz- bzw. Weißspitzenhaie mit uns unterwegs, große Mantas haben das Wasser rund um die Yachten nach Grill gefiltert und im knietiefen Wasser unserer Insel haben wir die Kraken aus ihren Verstecken herausgekitzelt und zu Octopussalat als Vorspeise verarbeitet. Nur Langusten haben wir weder bei Schnorcheln oder Tauchen noch des nächtens am Außenriff entdecken können. Unsere Reuse blieb demnach leer.


Für unsere Geburtstage am 15. und 16. August haben wir auf die Alchi eingeladen. Damit wir auch hier das richtige Südseefeeling erzeugen, haben wir das Cockpit mit grünen Palmwedeln ausstaffiert, was einerseits die perfekte Dekoration, andererseits auch einen brauchbaren Windschutz ergab. Geschlemmt wurde ein Kokos- Fisch- Curry, für das Heinz und Chico einen fetten Barsch harpunierten, der sogar den 8mm dicken Nirostahl Pfeil in der Mitte abbrach (doch auch mit dem halben Pfeil durch die Rippen konnte er sich nicht mehr gut verstecken) und einen Geburtstagskuchen nach dem Geheimrezept des Captains. Ein einzigartiges und gelungenes Geburtstagsfest auch Dank der Unterstützung unserer Freunde und Gäste.






Am 17. haben wir uns von der ablaufenden Strömung aus dem Pass ausspucken lassen und sind 140 Seemeilen zum Atoll Tahanea weitergesegelt. Die gesamte "Austrian Fleet" oder auch "A3" wie wir uns am Funk gegenseitig rufen. Momentan sind überraschend viele österreichische Yachten hier im Pazifik unterwegs. Nur um die "Heurigen" (Pazifik Crossing 2011) zwischen Tonga und Marquesas, die wir kennen, zu nennen: SY Fidelio, SY Amigo, SY Aroha, SY Anna - X, SY Mambo, SY Pukuri und natürlich unsere 3 Schifferl. Ein wahrer österreichischer Exodus. Ist das Wetter zu Hause wirklich so schlecht?

Schlechtwetter? Bei uns ein Fremdwort
Wir sind gerade alle wohlbehalten nach 27 Stunden in Tahanea vor Anker gegangen. Erstmal eine Mütze Schlaf und dann erkunden und entdecken...


Liebe Grüße
Die Alchemisten

Freitag, 29. Juli 2011

Fatu Hiva - Tahuata - Hiva Oa



Wenn man 3 Wochen auf 20m² "eingesperrt" ist, brennt man natürlich darauf, sich die Beine zu vertreten. Das uns in Fatu Hiva, einer Vulkaninsel inmitten des Pazifiks, nicht großartige kulturhistorische Denkmäler erwarten würden, war klar. Aber ein bisserl Natur pur würde uns schon reichen. Schnell fanden wir heraus, dass es am Ende des Tales einen 60m hohen Wasserfall gibt. Rucksack gepackt und los gehts. Als österreichische Profiwanderer, die sich liebend gern über den Typus des vornehmlich deutschen (oder holländischen) Halbschuhtouristen lustig machen, waren wir mit Flip Flops doch sicherlich ausreichend ausgerüstet. Waren wir auch, zumindest auf der asphaltierten Strasse, bis es Herwig 20m nach dem verlassen dieser Hauptstrasse im Gatsch die Patscherl ausgezogen hat. Nach den Indianern kennen auch die österreicheischen Profiwanderer (vorallem bei offensichtlicher eigener Blödheit) keinen Schmerz und ziehen daher barfuss über die schroffen Vulkansteine und stacheligen Gestrüppzeugs in den tropischen Dschungel. Authentisch! Besser AUTSCHentisch!





Weil das Bewegungsdefizit noch nicht ausgeglichen ist, laufen wir am nächsten Tag noch zum Gipfelkreuz des Hügels über dem Dorf. Alles befestigte Strasse, also kein Problem für die schweren Wanderschuhe, die heute bleiern an unseren degenerierten Wadeln hängen. Am Gipfel dann die zweifache Enttäuschung. Kein Gipfelbuch und keine Almhütte mit Gipfelstempel. Wie soll man hier jemals die Nachweise für die silberne polynesische Wandernadel erbringen? Wenn nicht wegen der sommerlichen Temperaturen, dann zumindest wegen der bleiernen Schuhe, kommen wir gut durchgeschwitzt ins Dorf zurück. Defizit ausgeglichen. Genug mit der Herumplattlerei, morgen segeln wir ein Stückerl weiter, ein Tagesschlag nach Tahuata.



Ein bisserl blöd aus der Wäsche haben wir schon geschaut, als wir unsere geschützte Ankerbucht verlassen und draussen bei strahlendem Sonnenschein hurtige 27kn Wind und beeindruckende 4m Wellenberge antreffen. Aber weisst eh, einen Wetterbericht wegen den 50 Seemeilen, einem Rutscherl quasi, brauchen wir nicht konsultieren. Doch Neptun ist uns wohlgesonnen und so schenkt er uns knapp vorm Ankommen einen fetten 8kg schweren Gelbflossenthunfisch. Gesäubert haben wir den Kerl erst in der Ankerbucht (ausnahmsweise, machen wir natürlich normalerweise nit) Mit dem Erfolg, das sich sogleich 4 Haie  hinter der Alchi um die Überreste zu balgen begonnen haben. Fesch zum zuschauen, aber mitspielen wollten wir dann doch nicht.






Die erste Schwimmrunde am nächsten Morgen um das Schiff endet mit einer außergewöhnlichen Überaschung. Wir meinen nicht den Hai, der sich wahrscheinlich aufgrund der guten Futterlage vom Vorabend noch immer in der Nähe aufgehalten hat, sondern die beiden Mantarochen die, anscheinend Stammgäste in der Bucht, gleich neben der Alchi ihre Rückwärtssaltos schlagen. Vom Schiff aus beobachten wir einen hellen Fleck, dann einen dunklen fleck. Hell, dunkel. Bei näherer Inspektion mit Taucherbrille sehen wir die Mantas mit weit geöffnetem Maul, um optimal viel Wasser zu filtern, ihre Bahnen ziehen. Und sie sind gar nicht scheu, schwimmen auf gut 3m an uns heran.


Die Ankerbucht in Tahuata ist unbewohnt und mit Palmen, Sand und türkisem Meer eher dem Bilderbuchimage der Südsee entsprechend. Beim obligatorischen Landgang bemerken wir natürlich die vielen Zitronenbäume und ihre Millionen gerader reifer Früchte, die wir gleich sammeln und zu frisch geprestem Zitronensaft umwandeln. Tagesgetränk von nun an: Zitronenlimonade (ungezuckert selbst verständlich).






Die Zitronen sind auch optimal für Cuba Libre's geeignet, die sich als Sundowner für  das Strandbarbecue mit den anderen Yachten am Abend besonders eignen. Ein ungezwungenes Beeinandersein bei einem Lagerfeuer, G'schichtln drucken von den bisherigen Segelerlebnissen, Kennelernen und Informationsaustausch, ein Grundpfeiler des Seglerlebens. Fast eine ganze Woche bleiben wir in dieser schönen bucht bevor uns das schlechte Gewissen weiter nach Hiva Oa zum Einklarieren treibt. Ja leider, der Papierkram...



Auf dem Weg fangen wir uns natürlich ein leckeres Fischerl. Welches, wollen wir von euch wissen. Foto unterbei. Beachtet bitte die speziellen Zeichnungen an der Flanke. Was könnte das sein?




Liebe Grüße
Die Alchemisten

Freitag, 22. Juli 2011

Fatu Hiva 14. Juli

Wie soll man das Gefühl beschreiben, wenn man nach 20 Tagen Wasser bis zum Horizont, endlich Land aus dem Passatdunst auftauchen sieht?
Erst sind es nur schemenhafte Umrisse, bis die Insel immer klarer Gestalt annimmt. Trotzdem noch einige Meilen. Es wird knapp, die Ankerbucht noch vor Sonnenuntergang zu erreichen. Aber es wäre mal eine wunderbare Ausnahme!
Endlich nimmt die Insel Farbe an. Gerade noch hatten wir 3000 Meter Wasser unter uns, jetzt zeigt der Tiefenmesser nach 3 Wochen wieder für ihn messbaren Boden an.
Steile Wände ragen aus dem Wasser, gekrönt von scharfkantigen Zacken. Ein unbeschreibliches Hochgefühl erfasst uns, als wir unsere 1. Ankerbucht entdecken. Das Gefühl des "An-kommens". Ankommen im Paradies. Der Anker fällt in einer kleinen Bucht. Vor uns ein tropisches Tal, umgeben von scharfen schroffen Felsen des ehemaligen Kraterrandes. Links und rechts von uns hohe schwarze Wände. Riesige Felsen, die wie Wächter am Eingang des engen Tales stehen. Im goldenen Licht der untergehenden Sonne hebt sich das satte Grün der Vegetation vom schwarzen Vulkangestein ab. Spektakulär ist das Wort, das am ehesten passt. Wenn hier noch ein Saurier den Kopf aus dem Grün stecken würde, würde uns das auch nicht wundern.
Nach dem Ankermanöver das allernotwendigste verräumen, Sundowner mixen, Füsse im Cockpit ausstrecken und.. die Sonne fällt ins Wasser. Perfektes Timing!


Ausserdem fällt unsere Ankunft auf einen großen Feiertag. Einer unserer zwei Yachtnachbarn rudert an uns vorbei, heißt uns herzlich willkommen und erklärt uns, das heute "zum Tag der Bastille" ein grosses Fest im Dorf stattfindet. Mit Tanz und allem Drum und Dran. Das würde uns natürlich reizen, aber wir sind einfach zu müde. Bevor wir in die Koje schlüpfen, noch ein Blick um uns. Sind wir wirklich da?
Die Bucht erscheint im silbrigen Licht des Vollmondes gespenstisch, dumpf dringt Trommelwirbel an unser Ohr. Unwirklich. Mystisch.


Der nächste Tag begrüßt uns mit herrlichem Sonnenschein. Zwei Polynesier kommen bei uns vorbeigerudert um uns Willkommen zu heißen. Sie stellen sich mit jeweils gleich zwei Namen vor. Ihrem französischem und ihrem polynesischem. Da war Philip, der auch Tai heißt, was übersetzt "La Mer, das Meer" bedeutet. Und Jaques, der auch Ane heisst, das "Himmel" bedeutet. Schön, oder? Sie wollen Früchte gegen Alkohol tauschen. Zehn riesige Grapfruits, Limetten und eine Staude Bananen wechseln gegen ein Fläschchen Rum ihre Besitzer. Dasselbe Prozedere wahrscheinlich auch auf den anderen Yachten und als wir am Abend zum ersten Mal wieder Fuß an Land setzten, war fast der ganze Ort besoffen. Fast alle Männer (bis ganz ganz oben voll) und die Haelfte der Frauen. "Himmel" jedenfalls war sternhagelvoll und "Meer" war alles andere als trocken. Da war der Abend gelaufen. Wir haben unseren unrühmlichen Beitrag dazu geleistet.

 Aber hier wird Gott sei Dank gleich drei Tage gefeiert, und so konnten wir uns Tags darauf (am Flaggentag) die lokale Tanzgruppe ansehen. Der Choreograph als Oberhaeuptling aufgemascherlt, mit viel Bast, Ketterl und Krone, ein Tunterl, hat die Gruppe begeistert inszeniert. Die Jungs, die meisten zwischen 20 und 25 Jahre, schlank, muskulös, drahtig (perfekt vom Hals abwärts) tanzten beeindruckend die Krieger und Jägermotive.










Die Mädels, da waren auch schon ein paar ältere Semester dabei, die meisten nicht nur etwas rundlich, sehr fraulich, tanzten die sexuelle Verführung mit dem berühmten unnachahmlichen Hüftschwung und ließen ihre Popos kreisen. Summa sumarum ca. 40 mit Blumenschmuck und Bast aufgebrezelte Taenzer und Taenzerinnen und ein gelungener Auftritt. Für uns ein erstes wunderbares polynesisches Erlebnis.





Statistik:
Luftlinie San Cristobal Galapagos - Faqtu Hiva / Marquesas : 3008sm
Zeit : 20 Tage und 4 Stunden
zurückgelegter Weg über Grund: 3038sm
zurückgelegter Weg durchs Wasser: 2829sm (Differenz: 209sm durch Stroemung, ~ 0,5kn)
- davon Meilen gesegelt: 2714sm
- davon Meilen motort: 115sm
bestes Etmal: 177sm (4. Tag) neuer Alchi Rekord!
schlechtestes Etmal: 119sm (19. Tag)

gefischt:
1 x Wahoo
2 x Dorade
2 x Bonito

Liebe Grüße
Die Alchemisten

Donnerstag, 14. Juli 2011

20. Tag auf See

Gesichter
"Du wirst keine Meere entdecken, solange Du nicht den Mut hast, die Kueste aus den Augen zu verlieren."
Legt man diese Zeilen wortwoertlich um...Kueste haben wir das letzte Mal vor fast 3000 Seemeilen gesehen, beinahe 3 Wochen. Bisher hat uns die See einige ihrer vielen Gesichter gezeigt. Im Moment geniessen wir das sanfte, beinahe zahme. Kein maechtiges, tosendes Aufbaeumen. Keine immensen Wellenberge, die das Schiff hochheben und Wind, der es rasend ins naechste Wellental schickt. Selbst das Boot ist ganz still, es muss sich gegen keine Gewalten winden. Sanft gleitet es durchs Wasser, nur von einem beruhigenden plaetschern begleitet. Waere nicht die langgezogene Pazifikduenung, koennten wir uns auf einem riesen See waehnen.
Gemuetliches segeln, aber auch seeeeehr langsam. Arbeiten koennen wieder in Angriff genommen werden, schon alleine um uns von unserer Ungeduld abzulenken. Die letzten Tage werden wir noch auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Zu ehrgeizig haben wir nach zwei Wochen auf See sogar mit nur 18 Tagen geliebaeugelt. Nachdem sich unser Genaker in Teile aufgeloest hat, mussten wir schliesslich sogar die 19 Tagesprognose aufgeben. Jetzt kaempfen wir um jeden Knoten, jede Windaenderung wird registriert und die Segel optimiert. Soviel wie in den vergangenen zwei Tagen, haben wir die gesamten letzten 2 Jahre nicht an den Segeln getrimmt! Alle moeglichen Segelstellungen werden ausprobiert, ob Tag oder Nacht, jeder Windhauch ausgenutzt. Es hat auch gefruchtet, wir kommen unserem Ziel immer naeher!

Land in Sicht!!!!!

Nur noch 10 Seemeilen!! Fatu Hiva liegt genau vor uns. Der Sekt ist eingekühlt, der Fisch filetiert und mariniert (Schurli 2 war heute einkaufen), Die Popcorn sind griffbereit und die Sonne geht in 2 Stunden unter. Perfekte Ankunft.
Vom ankerplatz koennen wir wegen der steilen Hänge wahrscheinlich nicht emailen. Melden uns dann in 3-4 Tagen wieder, wenn wir nach Hiva Oa unterwegs sind.
Juhuiiii wir san do!! :-D
Liebe Grüße
Die Alchemisten

Dienstag, 12. Juli 2011

18. Tag auf See

11. Seglergebot: Du bist nicht angekommen, wenn du noch nicht angekommen bist.
Jetzt hat uns der Leichtwind doch noch erwischt. Nachdem wir 2500 Meilen lang super Winde gehabt haben, mit denen wir tolle Etmale ersegelt haben, haben wir aus Gewohnheit die bisherige Performance als Tagesstandard angenommen. Eigentlich wären wir, wenns so weiter gegangen wäre, nach nicht mal 19 Tagen im Stall gewesen. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir dümpeln bei gerade mal 7 Knoten Wind mit 4 Knoten und 30° Kursabweichung Richtung Westen. Wenn wir Glück haben und der Wind bald wieder anspringt, sind wir am 14. Juli spätabends oder nächtens in Fatu Hiva.
Es ist kaum mehr Welle, heute hat uns ein Regenguss die Alchi abgespuelt und jetzt ist auch nicht mehr alles so salzig-pickig, es ist warm und die Sonne scheint. Vor Abfahrt in Galapagos haben wir gemeint, dass 21 Tage ein voller Erfolg wären..
Also hören wir sofort auf zu meckern und genießen den stillen Ozean!
Heute haben wir einen vertrockneten Kalmar auf den Solarpanelen gefunden. 3m über der Wasserlinie! Können die vielleicht fliegen? Oder regnet es die in der Nacht vom Himmel? Wie kommt der sonst da rauf?
Da Schurli is weg! Unser Plastikköderfischerl silbrig glänzend mit orangen Tigerstreifen ist entführt worden. Schurli war unser bester "Einkäufer" weil fischen kann man das ja nicht nennen. Wenn wir Fisch haben wollten, haben wir den Schurli "einkaufen" geschickt und nach spätestens 2 Stunden hat er immer etwas mitgebracht. Nur heute nicht. Der Entführer hat in brutalster Weise das Stahlvorfach durchgebissen und den Schurli geklaut. Verschlucken soll er sich an ihm.
Morgen kommt Schurli 2 zum Einsatz!

Statistik:
12.07.11 21.00 UTC
10° 04,9S 134° 10,7W
noch 267sm bis Fatu Hiva

Liebe Grüße
Die Alchemisten

Sonntag, 10. Juli 2011

16. Tag auf See

In den letzten beiden Tage hat sich Wind und Welle beruhigt. Einerseits haben wir dadurch wieder mehr Komfort an Bord und das haben wir gleich zum Brotbacken und Pudding machen ausgenutzt, andererseits spiegeln die Etmale leider auch die Gemütlichkeit wieder. so haben wir unsere erste geheime Hochrechnung revidieren müssen und den Gedanken an eine Zeit unter 20 Tagen aufgegeben. Momentan liegen wir bei einer Ankunftszeit am 20. Tag, dem 14. Juli. Nur noch 4 mal schlecht schlafen!
Der 14. ist ein Feiertag in allen französich angehauchten Gebieten, Gedenken an den Sturm auf die Bastie. Wir denken eher an einen Sturm auf die Betten wenn wir ankommen.
Olivia haben wir auch nicht mehr gesehen. Womöglich hat sie noch ein Trauma als wir mit der Giftsprühdose aufgetaucht sind. Werden wohl einen Arachnopsychologen aufsuchen müssen.

Statistik:
10.07.11 21.00 UTC
08° 53,5S 129° 06,6W
noch 813sm bis Fatu Hiva

Liebe Grüße
Die Alchemisten

Freitag, 8. Juli 2011

14. Tag auf See

13. Tag auf See.
Aberglaube.
Sind Seemänner abergläubisch? Wenn du eine Zigarette mit einer Kerze anzündest stirbt ein Seemann!? Eine Frau an Bord bringt Unglück!? Der Klabautermann!? Das ist nicht Aberglaube, das sind empirisch wissenschaftliche Fakten. Zerbrochene Spiegel, schwarze Katzen, die Unglückszahl 13, das ist Aberglaube. Unser Bilanz zum 13. Segeltag auf hoher See:
Wir "duschen" immer sitzend am Heck und holen mit der Pütz (Kübel) Salzwasser hoch zum pritscheln um dann zum Abschluss einmal kurz mit Süßwasser zu duschen. Das spart viel Süßwasser. So auch heute. Allerdings schickt Neptun einen Brecher, die Alchi bockt wie ein Stier beim Rodeo, Mann und Frau verspreizen sich mit Händen und Füßen und die Welle leckt am Heck empor, holt sich den Kübel und zieht ihn in die Tiefe. Nix mehr zum machen. 10 Jahre hat die Pütz tagein tagaus auf dem Schiff gedient und war immer noch fast wie nagelneu ;-). Wenig später dann erweitertes Beauty Programm: Manikür + Pedikür. Ähnliches Szenarion, die große Nagelschere liegt eine Sekunde ungesichert am Cockpitrand, eine große Welle, rumpel rumpel platsch. Auch sie ein langjähriger Kamerad. Nun am Meeresgrund. Doch noch nicht genug, weil wenn alle guten Dinge 3 sind, sind alle schlechten Dinge allemal 3.

Unser reparierter Gennaker zieht das Schiff mit 7,5 Knoten durch das dunkelblaue Wasser. Ein paar Stunden geniessen wir herrliches Segeln. Zum Sonnenuntergang besucht uns noch eine grosse Delphinschule. Sie scheinen Spass zu haben, springen hoch aus dem Wasser und spielen sich in der Bugwelle der Alchi. Im goldenen Licht der untergehenden Sonne beobachten wir sie vom Cockpit aus. Dann ohne Vorwarnung ein langes " RRRRAAAAAATSCH!! Unser Knistersackerl liegt neben der Yacht in Fetzen im Wasser. Wir arbeiten hektisch um die Teile wieder an Deck zu bekommen bevor sie sich im Kiel, Propeller oder Ruder verheddern. Da is nix mehr mit Bordmittel zu reparieren. Wie zum Trost setzt wenig später der Wind wieder bis auf 20 Knoten zu und wir segeln mit unseren Standardsegeln in die Nacht hinein. Neptun hat seine Tribut bekommen. Zur Sicherheit opfern wir ihm noch ein Stamperl Rum. Alles empirisch-wissenschaftlich selbstverständlich!

Und noch was. Um 1700 UTC hören wir es beim Navitisch ganz fürchterlich knacken. Wir entdecken, dass wir entdecken, dass wir gerade an der Distanz bis zum Ziel den 1000 abgeknackt haben. Nur mehr 999sm bis Fatu Hiva Jippieijey!
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14. Tag auf See
Gewohnheiten.


Mit Genua und Großsegel rauschen wir mit gut 7 Knoten durch die Nacht. Manchmal auch ueber 8. Da wird es dann ganz schoen laut in der guten Stube! Ein Getoese, wie wenn man unter den Iguazuwasserfaellen stehen würde. Dazu dass Knarren und Knatzen vom Schiff, wie es sich im Wasser gegen die Kraefte windet und ab und zu richtige Brecher, die an die Bordwand knallen. Man gewöhnt sich an alles, auch das wir morgen wieder die Fische und Kalmare von Deck klauben, bevor sie zum stinken anfangen.



Apropos gewöhnen. An unser Haustier, die schlanke Olivia haben wir uns auch schon gewöhnt. Wollten wir uns anfangs noch bei ihr auf gut "österreichisch" mit Stirnlampe, Grillzange und Insektenspray vorstellen, begnügen wir uns jetzt schon damit, vor dem Schlafengehen Polster und Leintuch, bzw. zum Aufstehen T-Shirt und Hose lässig auszubeuteln. Wohin sich unsere Grazie zurückgezogen hat wissen wir nicht, doch ist eines klar, dass sie noch keine neuen Adoptiveltern gefunden haben kann.
Apropos Eltern. Olivia wird doch nicht Mama werden?

Statistik:
08.07.11 21.00 UTC
08° 24,0S 125° 06,6W
noch 813sm bis Fatu Hiva

Liebe Grüße
Die Alchemisten

Mittwoch, 6. Juli 2011

12. Tag auf See

11. Tag
Nach wie vor läufts ganz gut bei uns. Immer ein Fisch an der Angel, genügend Wind aus der richtigen Richtung und die Sonne scheint. Nur Bananen können wir keine mehr sehen und wenn wir uns was wünschen dürften, dann wär das eine etwas seichtere Welle. Bei diesen Wellenbergen geigt die Alchi nähmlich ganz schön. An Fleißaufgaben, wie irgendwelche Antennen schön bemalen (vielleicht nu a paar Punktal drauf?) oder das Zerlegen von technischen Teilen, nur damit man sie neu gefettet wieder zusammenbauen darf, ist da nicht zu denken. Trotzdem sind wir guter Dinge so allein in unserer Nußschale. Ein anderes Schiff haben wir seit Tagen nicht mehr gesehen, nur Wasser und riesen Schwärme von fliegenden Fischen. Ab und zu begleiten uns Delphine und manchmal segeln Möwen oder Schwalben auf der Suche nach Nahrung neben uns übers Wasser. Das wir uns weiter bewegen, merken wir daran, dass die Sonne mittlerweile über 1,5 Stunden später untergeht, als noch bei unsere Abfahrt in den Galapagos (ja ja, sie dreht sich eben doch die Erde).
Der Mond ist noch eine schmale Sichel, die sich früh Abends von uns verabschiedet. Bis wir ankommen haben wir wahrscheinlich beinahe Vollmond, der uns dann die Nacht über begleitet.
Dafür geniessen wir jetzt einen Sternenhimmel mit einer Milchstrasse, wie man sie wohl nur selten im Leben bestaunen kann.
So vergeht ein Tag nach dem anderen, heute sogar mit einer kleinen Aufregung. Wir haben einen blinden Passagier entdeckt. Der hat sich höchstwahrscheinlich mit unserem Obst an Bord geschmuggelt und es sich in unserer Bettwäsche gemütlich gemacht. Eine Kakerlake? Nö Eine Maus? Auch nicht. Viel schlimmer; eine Spinne. Wie gross? Sooooooooooo grosse Augen hat sie gehabt! Nein, Tropisches Tier in tropischen Früchten und in tropischer Grösse, galapagosmäßig halt. Es herrscht jetzt also Kriegszustand auf der Alchi. Wir zwei gegen dieses Monster. Trotz seiner Größe ist es hier am Schiff natürlich im Vorteil. Aus jedem Kasten gibt es Wege in die nächste Kabine, hinter die Salondecke, in die Scharps, über x Leitungen und unter die Bodenbretter. Uns bleibt also nur eine Taktik: aushungern! Bleibt nur zu hoffen, das sich dieses Teil genauso wie andere Spinnen von Insekten ernährt, und nicht von Bananen!
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12. Tag


Unser Haustier, wir haben sie Olivia getauft, wegen der schönen langen Beine, hat sich seit gestern nicht mehr blicken lassen. Ist halt noch ein bisserl scheu wie ein Reh. Vielleicht haben wir aber auch nicht gut genug aufgepasst, weil wir mit anderer Action abgelenkt waren. Der Wind hat nachgelassen, die Welle nicht und daher haben wir versucht mit unserem "Hofer Sackerl" (Gennaker) ein bisserl mehr Fahrt und Stabilität ins Schiff zu bekommen. Ca. 1 Stunde dauert bei dem Gewackel das Aufbauen der Leinen und Umlenkblöcke für das Leichtwindsegel. Dann wars oben.
Und nach 50 Minuten von selber wieder herunten. Ein Stahlseil, das den Bergeschlauch mit dem eigentlichen Segel verbindet ist gerissen. Leider sieht man das Seil von außen normalerweise nicht und daher ist uns eine eventuelle Beschädigung entgangen. Also haben wir das Knistersackerl aus dem Wasser gezogen und begonnen es stückchenweise zu trocknen. Vielleicht können wir improvisieren und es trotzdem wieder zum Einsatz bringen, obwohl, im Moment ist der Wind wieder angesprungen und wir sind in bewährter Weise flott unterwegs.
Statistik:
06.07.11 21.00 UTC
06° 37,6S 120° 12,4W
noch 1122sm bis Fatu Hiva
Liebe Grüße
Die Alchemisten

Montag, 4. Juli 2011

10. Tag auf See

Bergfest!


JAAAA! einer der groessten Hoehepunkte bei langen Ozeanpassagen ist das Bergfest und das haben wir heute um 12.45 UTC gefeiert! Was das ist? Bergfest ist distanzmaeßig die Halbzeit, also wenn du die halbe Strecke erledigt hast. Unsere Strecke bis Fatu Hiva haben wir mit 3000sm festgelegt und seit heute haben wir weniger als 1500. Gefeiert haben wir das mit einem Schräglagen-Schoko-Bananen-Kuchen (Schräglagen-K. deshalb, weil trotz kardanisch aufgehängtem Ofen der Kuchen zw. 5mm und 5cm Dicke variiert) , Fisch-Curry auf Thailäinderinnen Art(bzw. Koestendorferinnen Art) und ausnahmsweise einem Glas Weiswein.
Der Ausdruck "Bergfest" kommt wahrscheinlich daher, dass wie beim Bergsteigen so auch beim Langstrecken-Segeln, die erste Haelfte doppelt so schwer ist wie die 2. Haelfte. Zumindest psychisch. Daher stellt man sich die Strecke wie einen Berg vor und zur Halbzeit ist man am Gipfel. Runter geht es bekanntlich einfacher wie rauf. (zum optimalen Lesegenuss dieses Blogs empfehlen wir Wolfgang Ambros, Der Watzmann)
Banana Boat.
Welche Vorräte legt man sich vernueftigerweise für eine Langfahrt wie diese an? Vorrangig wird natürlich mit frischem Obst und Gemüse vorgesorgt. Neben einem halben Sack (ca. 20kg) Galapagos Orangen (sind ganz normal, haben keine Stacheln oder so was!) haben wir auch eine halbe Staude Bananen erworben. Das sind ungezählt ca. 120 Einzelbananen. so eine Staude vom Geraetetraeger am Heck der Yacht baumeln zu lassen ist schon optisch ein Leckerbissen und zeugt natuerlich von professioneller Vorratshaltung und Tropenerfahrung.
Jedoch den Reifungsprozess dieser Bananen haben wir noch nicht so im Griff. Gut die Haelfte ist uns jetzt nach 10 Tagen "ueberreif" geworden. Was machen wir um die Ware nicht wegschmeissen zu müssen? Essen. Zum Fruestueck Bananenmuesli, zwischendurch eine Banane pur und zum Kaffee einen Schoko-Bananen-Kuchen. Zur Etmal Besprechung einen Bananenshake und als Nachspeise flambierte Bananen. Wenn wir das durchhalten sind wir in 2 Tagen mit den noch übrigen Bananenvorraeten durch und haben zum Ende der Überfahrt zwar sich kein Skorbut aber wir muessen uns in den Marquesas neue Bastroeckchen machen lassen. (zum optimalen Lesegenuss dieses Blogs empfehlen wir Harry Belafonte, Banana Boat).

Statistik:
04.07.11 21.00 UTC
05° 07,9S 115° 01,5W
noch 1443sm bis Fatu Hiva

Liebe Grüße
Die Alchemisten

Freitag, 1. Juli 2011

7. Tag auf See

Schon den 2. Tag Nudeln, irgendwie hatten wir noch keinen Gusta auf Fisch. Am letzten Wahoo haben wir 3 Tage Filet gegessen, aber weil wir mit unserer Energie äusserst haushalten müssen, drehen wir in der Nacht für ein paar Stunden den Kühlschrank ab. Und das dürfte dem Fischerl net so gschmeckt haben. Uns hat er dafür sehr geschmeckt, aber nach einer viertel Stunde...
waren wir froh, daß wir zwei Toiletten an Bord haben. Aber morgen wird wieder gefischt!

Jetzt lassen wir die Alchi wieder laufen; Da geht was weiter, Nach 7 Tagen über 1000 Meilen, über 1/3 der Gesamtstrecke!!!!! Yiphieeee!!!

Statistik:
01.07.11 21.00 UTC
03° 47,8S 106° 43,8W
noch 1946sm bis Fatu Hiva

Liebe Grüße
Die Alchemisten

Donnerstag, 30. Juni 2011

6. Tag auf See

Neumond. So eine pechschwarze Nacht auf dem riesigen Ozean ist immer wieder unheimlich. Speziell wenn dann noch das Sternenlicht von Wolken verdeckt wird und der schwarze Himmel mit dem schwarzen Ozean verschmilzt erlebt man ein Raumgefühl, man weiß nicht mehr genau wo oben und unten ist. Der Lumineszenzstreifen am Heck des Schiffes, in zartem smaragdgrün, ist die einzige Lichtquelle. Er entsteht durch das Leuchtplankton, das vom segelnden Schiff angeregt wird. Schaut irgendwie einem Photonenstrahl eines Raumschiffes aus einem Science Fiction Film ähnlich. Wir fühlen uns wie Austronauten. (David Bowie: Ground control to Mayor Tom!...)
Wir kommen gut voran. Schon am 4. Tag haben wir ein Rekordetmal ersegelt: 177sm (in 24h). bisher 174 vom Atlantik. Jetzt stecken wir ein bisserl zurück, wollen die Alchi nicht unnötig prügeln. Sie muss uns noch einige Tage länger sicher über den Ozean bringen. ( Nena: Ich geb Gas ich will Spaß...)

Ein bisserl geschraubt haben wir auch die letzten Tage. Zuerst die SSB Funkantenne. 7 m lang Demontiert, gestreckt und bei der Gelegenheit gleich weiß lackiert. Auf hoher See bei 2,5m Welle. Verrückt. Trotzdem kann sich das Ergebnis sehen lassen und die Alchi haben wir dabei auch nicht zu sehr bekleckert. Heute haben wir beim Watermaker die Membrane getauscht. War eigentlich in 1h erledigt, aber dann war ein Bypass Ventil undicht. Ca. 20mal ausbauen, zerlegen, Beilagscheiben einbauen, Feder recken, fetten, zusammenbauen, einbauen, probieren, so lange bis es dicht ist. Dauer ca. 5h (Zuerst Alexander Goebel: Ich bin der Sisyphus du bist mein Schiff. Dann Luis Armstrong: We have all the time in the world...)
Morgen knacken wir den ersten 1000er ab! Horay!
Statistik:
30.06.11 21.00 UTC
03° 35,0S 104° 12,4W
noch 2096sm bis Fatu Hiva
Liebe Grüße
Die Alchemisten

Montag, 27. Juni 2011

3. Tag auf See

72 Stunden seit Galapagos.
Die letzte Nacht war ungemütlich. Zu wenig Wind aber trotzdem noch beträchtliche Welle. So schaukelt die Alchi von einem Wellental ins nächste. Ein "Bäng!!" jedes Mal , wenn der Wind wieder in die Segel fährt, wie ein Peitschenknall, wenn sich das Segel wieder strafft. Etwas nervig!
Dafür zeigts uns die Alchi jetzt, seit heute vormittag läufts wieder, aber wie! Mit 7,5 - 8 Knoten, sportlich sportlich! Hätten wir unserem momentan doch ziemlich übergewichtigen Teil gar nicht zugetraut!
Wir sind gut drauf, unsere Wachen spielen sich ein. Damit die Zeit schneller vergeht, gibts natürlich ein paar Highlights. Zur täglichen Etmal-Verkündung (gesegelte distanz in 24h) z.B. wird frischgepresster- und gemischter Fruchtshake serviert. (Die Zubereitung bei diesen Umständen dauert allein schon ca.20 min, so vergeht auch die Zeit ;-) Am Sonntag gibts Filmabend, so richtig gemütlich mit Poppcorn und heißem Tee. Ja und besondere Höhepunkte sind natürlich die Funkrunden. Zu Mittag versuchen wir Kontakt herzustellen zu einem schwedischen Segler, der 3 Tage vor uns ist und einem Französischem Schiff, welches nur einen Tag nach uns gestartet ist. Am meisten freuen wir uns dann immer noch auf unseren Kontakt zu den österreichischen Freunden, die schon in französisch Polynesien sind. Seit 3 Tagen mittlerweile alle. Wir sind wieder die Nachzügler, aber das is ja eh nix neues.

Köderfisch "Schurli" war einkaufen: einen Wahoo
 Ansonsten verbringen wir die Zeit z. B. mit Rechnungen. Erste Anlandungs-Hochrechnungen sind allerdings doch noch etwas verfrüht, weil wir draufgekommen sind, daß es doch ein ganz schönes Stückerl bis da Drüben ist. So haben wir versucht, die Distanz so über den Daumen in Straßenkilometern auszurechnen und anschaulich zu machen. Also: Du fährst von Österreich nach Athen, Griechenland. Dort drehst du eine Runde um die Akropolis und fährst wieder zurück. Autobahnabfahrt Salzburg Nord allerdings machst du nur eine Runde um die Tankstelle und dann wieder auf die Autobahn. Nach Florenz. Im schönen Florenz fährst du aber auch nur um den Florenzer Dom und dann zurück nach Österreich. So, und wenn du das ganze mit ca.10 km/h (!!) machst, dann bist du in etwa 3 Wochen wieder daheim.
So gehts uns.



Statistik:
27.06.11 21.00 UTC
03° 00,0S 096° 21,9W
noch 2564sm bis Fatu Hiva
Liebe Grüße
Die Alchemisten

Samstag, 25. Juni 2011

1. Tag auf See

Gleichzeitig auch der Test ob das mit dem Füttern des Blog funktioniert.

Wir sind seit über 24h unterwegs und haben guten Wind. Wir könnten sogar ein bisserl schneller sein, aber bei Halbwind und Welle von querab haben wir mit Geschwindigkeiten um die 6kn noch einigermaßen Komfort an Bord. Unser neuer Autopilot (siehe letzter Blog) hat sich leider nach kurzer Zeit schon wieder verabschiedet und schwimmt in den Hafen zurück. Jetzt muss der elektronische wieder ran. Die Sonne scheint und der Bordalltag pendelt sich schön langsam ein. Wache, Essen, Schlafen. Die letzten Inseln des Galapagos Archipels liegen achteraus, vor uns der blanke Ozean.
Leider ist uns gestern ein dicker Brocken von der Angel gehüpft. Wir haben 45 Minuten lang gekämpft, aber außer einem Muskelkarthar leider nichts eingefahren. Man kann ja nicht gleich alles am ersten Tag haben. Gibts eben Würstelgulasch.

Statistik:
25.06.11 21.00 UTC
01° 29,5S 091° 50,7W
noch 2849sm bis Fatu Hiva

Liebe Grüße
Die Alchemisten

Freitag, 24. Juni 2011

San Cristobal / Galapagos (2)


Die letzten Tage haben wir damit verbracht, unsere Reparatur- und Serviceliste am Schiff zumindest halbwegs abzuarbeiten (nimmt das den nie ein Ende??) und natürlich um ein Stück Galapagos zu erkunden.


...die sonne scheint mir auf den Penis, schen is!
Den ganzen Tag wurlt es ums Schiff. Tausende Robben die spielen, Tölpel die sich kamikazemässig zum Beutefang ins Wasser stürzen, Fregattvögel kreisen segelnd am Himmel und stehlen im Flug besseren Fischern die Beute, ab und an streckt eine Meeresschildkröte ihr Kopferl aus dem Wasser und selbst die vielen Fischlein unter Wasser scheinen nur auf unseren Biomüll zu warten.










ungleiches Wettrennen: Trabi gegen Ferraris
Die Küste selbst mutet jedoch eher unwirtlich an. Über dem Vulkangestein erkennt man nur Gestrüpp und Kakteen. Die Marktfrauen erklären uns jedoch, daß ihre Tomaten, Paprika, Maracuja, Papaya, Bananen, Orangen, Mandarinen und  Riesenkürbisse frischgepflückt aus ihrer fruchtbaren Finca im Hochland der Insel kommen. Teile der insgesamt 14 grösseren Inseln des Archipels sind sogar mit tropischem Regenwald überwuchert. Die vielen kleinen verstreuten Inselchen sind meist nur Felsen, Vulkangestein das sich bizarr aus dem Meer erhebt.







Im "Hochland" entsteht im Vulkankrater ein Süßwasserpool




Eine wunderbare Übersicht und Beschreibug gibt uns das "Centro de Interpretation", am Anfang eines excellenten Wanderwegs. In diesem Informationszentrum wird auch die Entstehung des Archipels beschrieben und die Geschichte. Von der eher zufälligen Entdeckung der Vulkaninseln wird ebenso erzählt wie von den Walfängern, die hier einst ihren Stützpunkt hatten, Zuckerbarone, die hier ihr Glück versuchten und ebenso scheiterten wie der Versuch, 1000 Norweger auf auf einer der Inseln anzusiedeln, oder Sträflinge einzugliedern. Es gibt natürlich Geschichten von Bukaniern und berühmt berüchtigten Piraten, die ehemals die Inseln anliefen und ihre bis heute unentdeckten Schätze hier versteckten. Und zuguterletzt noch ein Bericht über die Ankunft der ersten "Aussteiger" auf einer der Inseln und das baldige, äusserst mysteriöse Verschwinden einer Baroness samt (3!) Liebhabern, einem anderen Siedler und einem Segler. Information vermischt mit rätselhaften Begebenheiten zieht bei uns immer, reichlich herrlicher Diskussionsstoff für eine ausgedehnte Wanderung über die Insel!



Charles Darwin, der berühmte englische Naturwissenschaftler der die Evolutionstheorie formuliert hat und damit Adam und Eva aufs Abstellgleis geschoben hat, ist hier natürlich überall präsent. Angeblich hat er hier die nötigen Erkenntnisse gesammelt, die ihn später zu dieser Theorie geführt haben. Wenn ich die Jahreszahlen nicht durcheinander gebracht habe war das allerdings erst 40 Jahre später. Nun, gut Ding braucht eben Weile. Die Statue, die in hier ehrt und an ihn erinnert, stellt ihn mit einer ganz eindeutigen Geste dar: DUUURSCHT! I brauch a Bier sonst kum i um!














Wir besuchen auch die "Loberia". Einen kleinen Strandabschnitt, an dem sich zwischen den Sonntagsbadegästen die Seelöwen ausstrecken und im Wasser um die Wette schwimmen. Nach dem Sandstrand säumt Vulkangestein unseren Weg, auf dem wir jede Menge Meerechsen entdecken. Mit ihrem drachenähnlichen Rückenkamm scheinen sie aus einer mystischischen Sagen- und Märchenwelt zu kommen. Diese 1,20m Lackeln, die sich von Algen unter Wasser ernähren,  gibt es  nur hier auf Galapagos. Hier kriechen sie aus dem Wasser und wärmen sich in der Sonne. 



Galapagos ist eben nicht nur über dem Wasser sondern auch unter dem Wasser einzigartig. Daher ist es für uns unumgänglich, das eingerostete Tauchequipment herauszuholen und einen Tauchgang zu buchen. Der schlafende Löwe (Leon Dormido, wegen seiner Silhuette), eine unbewohnte, kaum bewachsene Insel einige Meilen entfernt von San Christobal, ist das Ziel. Zum   "Warmschnorcheln" gibt es schon den ersten Höhepunkt. Wir beobachten einen Wasserdrachen (Marine Iguana) beim Abalgen der Felsen unter Wasser. Als er auftaucht, kommt er uns auf halbe Armeslänge nahe. Überhaupt nicht gschamig das Urvieh!



Der erste Tauchgang (übrigens, das Wasser ist hier doch ein bisserl frischer als in der Karibik und man trägt hier den langen Anzug, aber noch ohne Eisweste) zeigt uns nochmals, wie zutraulich die Viecherl hier sind. Große Meeresschildkröten schwimmen vor uns hinter uns ober uns mit uns und lassen sich von uns Tauchern gar nicht stören. Genauso wie ein ganzer Schwarm majastätischer Adlerrochen.








Der nächste Gast fällt in die Kategorie Hai. Ein Galapagos-Hai pirscht sich von hinten neugierig an die Gruppe heran. Er nähert sich bis auf 3m. Zum Glück ist er ein Zwergerl mit 1,20m Länge. Da macht sich keiner den Tauchanzug innen nass.











Der Tauchgang am Südwest-Spitz der Insel ist genau einer Spezies gewidmet. Dem Hammerhai. Nach dem Abtauchen pirschen wir uns zwischen Schildkröten an die Unterwasserkante und warten geduldig. Nicht alzu lange, dann begrüßt uns auch schon so ein 3m Brockerl. Gut für unsere Nerven ist, dass auch er einen gewissen Respektabstand einzuhalten wünscht. Mehrere Male schwimmt er an uns vorbei und beäugt uns, so wie wir ihn. Diese Kopfform ist schon speziell einzigartig und gewöhnungsbedürftig.




Nun haben wir uns San Christobal über und unter Wasser angesehen. Aber wenn man schon einmal im Leben auf diesem Flecken weilt, dann will man natürlich mehr Inseln sehen. Und genau darin lag das Problem. War für uns schon bis jetzt der Aufenthalt relativ teuer, weil du bezahlst 100 US p/P Nationalparkgebühr, dann noch eine teure Ankergebühr, für Ein- und Ausreise haben sie sich natürlich auch einen Betrag einfallen lassen, nicht zu vergessen der sauteure Agent (fürs Fastnixtun) und dann wollen die noch 300 US extra, damit wir mit der Yacht 3 weitere Inseln besuchen können. Da war dann unsere Schmerzgrenze weit überschritten. Also was tun? Wir entscheiden uns für die bezahlbare Schnellfähre , die uns in gut 2 Stunden auf die Isla Santa Cruz bringt, und 5 Stunden später wieder zurück.

Cool bleiben und zuerst einmal ein e Jausn einwerfn
Schon beim Anlanden an der Mole mussten wir achtgeben, nicht einen der Wasseriguanas zusammenzutreten. Die kriechen aus dem Wasser und liegen dann überall wie schwarze Gummiwürste herum.  Was soll man also jetzt machen, wenn man 5 Stunden Zeit hat auf einer Insel. Ausser erst mal einen Cafe trinken.











Aber dann los, im Schnelldurchgang. Erst den ewig langen Weg zum Strand, da legen nächtens Schildkröten ihre Eier ab, ah ja. Ein Pelikan, mhm. Gibt es hier auch Rieseniguanas? Ja, auch auf dieser Insel, irgendwann stolpern auch wir über so einen Drachen. Ganz so süss wie "Grisu" sind sie ja nicht. Welche Vögelchen können wir am Weg identifizieren? Heute Nieselregen, sind nicht viele unterwegs. Ja was noch? Ah hier eine Riesenspinne beim Einwickeln ihrer Beute, interessant. Ja und natürlich der Kaktusbaum, der weltweit nur hier wächst. Jetzt aber schnell weiter, dann schaffen wir die Grotten noch. Diese haben sich beim Abkühlen der Lava gebildet. Schluchten und Tunnels haben sich geformt. Ein spannender aber mühsamer Weg über Vulkangestein führt uns dorthin. Nur gut, daß wir unsere obligatorischen Flip Flop heute doch gegen die alten Turnschuhe ausgetauscht haben!
5 Minuten vor Abfahrt der Fähre stehen wir dann wieder an der Pier. Uff!!geschafft!





Am Ende der Tour kommen wir uns wie Touristen aus dem Land vor, aus dem unsere Lieblingsnachbarn kommen. Gar nicht unser Stil zu reisen, aber der Tagestrip auf Santa Cruz hat sich trotzdem ausgezahlt. Besonders beeindruckt waren wir vorallem vom unterschiedlichen Klima der nur 20 Meilen voneinander entfernt liegenden Inseln.



Der Bergkönig auf 600m ü. d. M.
Am letzten Tag vor unserer Abreise leihen wir uns Fahrräder aus und lassen uns mit dem Auto 1h weit bis zum Schildkröten-Zuchtzentrum bringen. Die liegt leider sprichwörtlich hinterm Berg und den müssen wir, mit 600 Höhenmetern bei 85% Luftfeuchtigkeit kein Pemmerl mehr, retour trettln. Ja! da pfeiffen die Komantschen in den Oberschenkeln! Nur am "Gipfel" ruhen wir etwas bei der Umrundung des Vulkankraters aus. Hier pfeift der Wind ganz ordentlich und treibt kühle Nebelschwaden über die Erhebung. Es war lustig die riesen Fregattvögel hier zu beobachten. Sie versuchten ein wenig im Kratersee zu baden und haben sich dann von heftigen Windböen ihr Federkleid ordentlich durchrütteln lassen.Wenn sie´s da so durchbeutelt meinst, gleich fliegens nackig weiter.



Nicht ganz so reinlich haltens da die Riesenlandschildkröten im Zuchtzentrum. Hübsch sind sie auch nicht wirklich anzusehen. Schon die Babys haben Falten, da hilft keine Kosmetik mehr. Sie sind leider vom Aussterben bedroht und müssen mit menschlicher Hilfe gebrütet und aufgezogen werden. 100.000 gab es angeblich auf den Galapagos Inseln, bevor sie als Suppeneinlage entdeckt wurden. Die letzte Zählung vor 10 Jahren ergab 1158.


Freigegeben für Leser ab 18 Jahren
Auf einer der unbewohnten Felsinseln lebte sogar nur noch ein Macho, den man "Lonesome George" getauft hat. Heuer hat man 29 Schildkröten von den anderen Inseln bei ihm ausgesetzt, hauptsächlich Damen, damit er seine Gene doch noch weitergeben kann. He George! Schau dir die beiden auf dem Foto nebenbei an! So gehts! Wir wünschen dir viele Spaß und Erfolg! Und melde dich wennst Viagra brauchst!










Jetz brennt aber wirklich schon der Hut, weil wir gleich auslaufen wollen. ein bisserl mehr als 3.000 Seemeilen warten auf uns bis nach Französisch Polynesien in den nächsten 3-4 Wochen. Tschüß Südamerika!
Möglich ist, dass wir von unterwegs den einen oder den anderen Blog reinstellen. Ja ja, das geht! Oh wundersame Technik!
Der neue Autopilot ist auch schon am Platz ;-)





stay tuned
Die Alchemisten

San Cristobal / Galapagos (1)



San Christobal,Galapagos,Tag 1

Obwohl übermüdet, mussten wir gestern doch noch spät nächtens einen Ankunfts- und Ankerschluck zu uns nehmen, und sind dabei irgendwie hängen geblieben. Als morgens um 6 Uhr der 1. Agent anklopft, hören wir ihn gar nicht. Erst der Wecker reißt uns 1 Std. später unsanft aus unseren Träumen. Für unser Gefühl viel zu früh, will endlich ausschlafen! Aber es hilft nix, der nächste ungebetene Gast klopft bereits an die Bordwand. Pablo, ein Agent, er will mit uns Geschäfte machen.
Nun ist es in Galapagos, wie überall in Ecuador, so, daß du deine Einklarierung nicht einfach selbst beim Hafenkapitän machen kannst. Du bekommst einen Agenten aufgezwungen, der diesen Papierkram für dich erledigt, aber dafür natürlich auch bezahlt werden will, und das nicht zu knapp. Nach einer 1/4 Sunde haben wir Pablo mühsam um gut 30% heruntergehandelt, plus einem Stamperl Rum, das er sich täglich bei uns abholen kann. Pablo rauscht ab, um alles in die Wege zu leiten und mit dem Versprechen, bald mit den Behörden zurückzukommen.

Bevor diese eintreffen, haben wir jedoch noch einen viel willkommeneren Gast an Bord. Ein Seelöwe hat es sich bereits auf unserer  Badeplattform bequem gemacht und guckt uns aus süssen Knopfaugen treuherzig an. "Schnell, den Photoapparat!", diese Eile wär aber gar nicht nötig gewesen, das zahme Tier hat sich hier für den ganzen Tag eingerichtet. Wenn er nicht schläft, springt er zum Abkühlen kurz ins Wasser, aber nur hinein und sofort wieder heraus. Er muß schließlich seinen 1a Platz besetzen. Alle halbe Stunde hört man Gezänk, weil ihm ein Artgenosse den Platz streitig machen will








 


















Rein und raus, rein und raus, das macht Spaß!#



Ewig könnten wir diese Kerlchen beobachten, erst aber mal die Behörden. Sie kommen zu dritt an Bord, Hafenkapitän, ein Offizieller vom Nationalpark und eine Dame von der Agrarbehörde. Alle äusserst höflich, der Papierkram ist schnell erledigt, die Dame inspiziert alle Schränke und Kästchen und nimmt uns entschuldigend mit grossen Erklärungen nur die 2 Maracujas ab. Noch ein paar Stempel und Unterschriften und nach nur 20 min verlassen sie uns schon wieder mit 425,-(!!) Dollar mehr in der Tasche, einem herzlichen "Bienveniedos in Galapagos" und dem Tip, unser Dinghi besser hier nicht zu benützen und sich dafür von den
Wassertaxis für ein paar Cents fahren zu lassen.


Warum, sehen wir gleich bei unserem ersten Landfall. Ein mannloses Dinghy an der Pier wird als Spielplattform benutzt. Seelöwen springen aufs Dinghi, rutschen wieder hinunter oder versuchen sich gegenseitig hinunterzuschubsen, wie kleine Kinder. Zum Zerkugeln. Dafür würden wir auch unser Beiboot hergeben, wenn diese Clowns nicht so übel riechen würden!









Puerto Baquerizo Moreno auf der Isla San Christobal ist die Landeshauptstadt der Provinz Galapagos. Wobei wir Stadt etwas übertrieben finden, eher ein nettes sauberes Dorf mit kleinem Hafen, Fähranlegestelle und Airstrip. Einige Kioske und Restaurants können wir ausmachen und überhaupt scheint hier alles sehr gemütlich abzulaufen. Die Einwohner sind sehr kommunikativ und hilfsbereit.  Eine neue schöne Promenade aus Vulkangesteinpflaster säumt das Ufer, überall sind Parkbänke aufgestellt, allerdings viele  besetzt. Von Seelöwen.



Die zahmen Tiere lümmeln hier überall herum. Zwischen den Badegästen am kleinen Strandabschnitt, unter schattigen Bäumen, am Steg, Kinderspielplatz, oder gleich auf der erhöhten Rednerplattform, die eigentlich für den Bürgermeister gedacht wäre. Wenn sie nicht gerade schlafen, sind sie am rumalbern. Surfen zum 100sten mal mit einer kleinen Welle an Land, nur um sich gleich wieder auf die nächste zu flacken. Wälzen sich im Sand, spielen Fangen, im Wasser oder zu Lande, oder das Lieblingsspiel, sich gegenseitig irgendwo hinunterschubsen. Auch "Stagediving" beobachten wir. Es sieht zumindest so ähnlich aus, wenn die drolligen Viecher ihre Artgenossen nicht als ein im Sand liegendes Hindernis sehen, welches es zu umrunden gilt, sondern einfach über sie hinwegrobben.



Wir werden nicht müde, ihnen zuzusehen, aber jetzt müssen wir erst mal ein vernünftiges Internet finden (womöglich mit gutem Cafe?), um diesen Blog raufzuspielen.
Unsere weiteren Eindrücke von diesem aussergewöhnlichen Archipel könnt ihr die nächsten Tage nachlesen!

Liebe Grüße
Die Alchemisten